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Tipps und Wissenswertes

Ist die Nutzung von Regenwasser im Haushalt sinnvoll?


Bei einer Regenwassernutzung im Haushalt wird die natürliche Speicherung des Regens im Untergrund durch künstliche Behälter, Betonzisternen oder Plastikbehälter ersetzt. Eine Steuerungseinheit, Pumpe und ein zweites Rohrnetz kommen hinzu. Allein für die Produktion dieser Materialien sind mehrere tausend Kilowattstunden Energie notwendig.

Mit einem Aufwand zwischen 3000 und 5000 Euro je Anlage ist der Haushalt nun mit einer zweiten Wasserversorgung minderer Qualität ausgestattet. Ökologisch ist das fragwürdig.
Die Nutzung von Regenwasser bedeutet nicht, dass wirklich Wasser gespart wird, es werden zwar etwa 50 Prozent weniger Wasser aus dem öffentlichen Netz entnommen, dafür aber Wasser mit einer schlechteren Qualität verwendet. Mit Wasserzählern ausgestattete Anlagen zeigen, dass nicht weniger verbraucht wird. Regenwasser schlechterer Qualität stellt eine potentielle Gesundheitsgefährdung dar. Hauptproblem sind dabei aus Unachtsamkeit bei der Installation zu Stande kommende Querverbindungen der Regenwassernutzungsanlagen zum Trinkwassernetz. Über diese unzulässigen Verbindungen kann verkeimtes Nicht-Trinkwasser ins Trinkwassernetz gelangen.Und wie groß ist die Gefährdung? Typisch für Dachablaufwasser ist eine mikrobiologische Belastung durch den auf den Dächern befindlichen Aufwuchs und den eingetragenen Vogelkot. Darin findet sich ein "ganzer Zoo" von gefährlichen Krankheitserregern", z. B. bestimmte Campylobacter-Bakterien, Cryptococcen, Chlamydien und Salmonellen, teilweise in sehr hohen Kontzentrationen. Im Trinkwasser sind dagegen Nullwerte verpflichtend vorgeschrieben. Besonders gefährdet sind Kinder, die oft nicht zwischen Trinkwasser und Brauchwasser unterscheiden können. Selbst eine Filterung des Regenwassers kann die Schmutzstoffe nicht entfernen.
Bakterien und gelöste chemische Stoffe können mühelos die ausgewiesenen Filter passieren. Oft erden Chlortabletten empfohlen. Damit verschlimmert sich die Sache, denn die empfohlenen Chlormengen erzeugen zusätzlich in den Regenwassertanks Trihalogenmethane in sehr hohen Konzentrationen. Diese gelten auch in Schwimmbädern als gesundheitsschädlich.

Die Nutzung von Regenwasser wird oft mit der Schonung der "kostbaren" Grundwasservorräte begründet. Zudem müsse das Grundwasser nicht aufwendig und teuer aufbereitet werden, um dann durch die Toilette zu fließen. Diese Kostenargumentation verkennt jedoch, dass die Aufbereitung des hochwertigen Grundwassers weniger als 10 Prozent, Bau und Unterhaltung des Rohrnetzes hingegen etwa zwei Drittel der finanziellen Aufwendungen der öffentlichen Wasserversorgung erfordern. Dem Einnahmeausfall steht also keine entsprechende Kostenreduzierung gegenüber; der Spülaufwand für das Rohrnetz kann sogar ansteigen.

Informationen über Anforderungen an eine nachhaltige Trinkwasserversorgung können den gleichnamigen Beiträgen von Hans-Jürgen Leist in den Zeitschriften gwf-Wasser/Abwasser, Jahrg. 142, 2001, H. 10 und Jahrg. 143, 2002, H. 1 und 3 entnommen werden.

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